Das Café Sperl

Wiener Kaffeehauskultur seit 1880

1880 wurde das Kaffeehaus nach Entwürfen der Ringstraßenarchitekten Gross und Jelinek für Jakob Ronacher erbaut. Noch im selben Jahr wird das Cafe Ronacher von der Familie Sperl übernommen, 1884 wurde Adolf Kratochwilla Inhaber des Lokals, behielt aber den inzwischen etablierten Namen „Cafe Sperl“ bei.

 

Im Sperl „lebten“ Architekten, bildende Künstler, Musiker, Schauspieler, Sänger neben Heerführern und höheren Chargen. Zu den Stammgästen zählten die Erzherzöge Josef Ferdinand und Karl Ferdinand so- wie Generalstabchef Conrad von Hötzendorf. (Conrad war im Sommer 1914 einer der Hauptunterstützer eines sofortigen Krieges gegen das Königreich Serbien als Reaktion auf die Ermordung des Thronfolgers in Sarajewo) Der Besucherkreis prägt das Cafe Sperl zum Künstler und Militärcafe. Ein Nebeneinander war trotz der divergierenden politischen und sozialen Unterschiede möglich.

 

Besonders erwähnenswert ist der ab 1895 angesiedelte Stammtisch der „Hagengesellschaft“ . Aus Tei- len der Hagengesellschaft und dem sogenannten Siebener-Club („C 7“), dem Josef Maria Olbrich, Josef Hoffmann, Friedrich Pilz, Kolo Moser, Max Kurzweil, Leo Kainradl und Adolf Karpellus angehörten, bildete sich 1896/1897 die Secession Der Hagenbund wurde im Kriegswinter 1942 aufgelöst.

 

Um 1890 begeisterte die Operette die Wiener und wie heute waren auch damals das Raimundtheater und das Theater an der Wien die Hauptbühnen für die Publikumslieblinge. Das Cafe Sperl wurde das Stammkaffee der Stars und Komponisten, wie Lewinsky, Girardi, Eysler, Fall, Zeller, Heuberger, Millö- cker, Léhar und Kalmann.

 

Diese Künstler prägten bis 1930 das Geschehen auf den Bühnen und im Sperl. Im Cafe Sperl ist und war der Besucher immer „Stammgast“ im besten Sinn des Wortes, der Tourist wird in diesen Prozess einbe- zogen und kommt wieder. Wien bleibt Wien und das Sperl das Sperl.

 

Im Juni 1968 übernahm Manfred Staub von der Familie Kratochwilla das Cafe Sperl. um nicht im „Staub“ der Geschichte  zu versinken, arbeitete er mit dem Bundesdenkmalamt und dem Architekten Nairz ei- nen Plan zur Restaurierung der Räumlichkeiten aus. Es sollte die Patina erhalten bleiben, aber dennoch der Bequemlichkeit, der Hygiene und den modern Ansprüchen gerecht werden.

 

Heute sind die Literaten immer stärker vertreten und die Stammtischebesetzungen erweitern sich. Auch viele Stars aus den Musicals des Theater an der Wien logieren im Sperl .

Internationale Filmaufnahmen erhöhen den Bekanntheitsgrad, wie z.B: 2011 der Sigmund-Freud-Film „A Dangerous Method“ von Cronenberg oder etwa „Before Sunrise“ mit Ethan Hawke and Julie Delpy.Die Wiener Philharmoniker spielten hier die Musik von Johann Strauss, und Fritz Kreisler.

 

Die Stammgästen der jüngeren Vergangenheit wie Thomas Sautner, Robert Menasse und Michael Köh- lmeier sind aus dem gegenwärtigen Bild des Sperl nicht mehr wegzudenken. Um die Literatur ins Cafe zu tragen gab es hier bereits Lesungen von Pavel Kohout, Peter Marginter, Peter Henisch, Friederike Mayröcker, und vieleranderer.

 

1988 erwählte der englische Star-Gastrokritiker Roy Ackerman das Sperl zum „Coffeehouse Of The Year“ unter 200 europäischen Kaffeehäusern. 1999 wurde das Sperl im Ranking der Kaffeehäuser im „Tafel- spitz“ an erster Stelle gereiht. 1998 wurde das Sperl zum Österreichischen Kaffeehaus des Jahres ernannt und 2004 erhielt Manfred Staub die Goldene Kaffeebohne und im Jahr 2012 die goldene Kaffeekanne. Seiner Frau Monika Staub ist es zu verdanken, daß die berühmte „Wiener Küche“ und die

tatsächlich täglich hausgemachten  Mehlspeisen die Gäste glücklich machen.

 

Kleine Zeittafel

- 1880 -

Jakob Ronacher eröffnet das von Gross & Jelinek erbaute und eingerichtete „Ronacher“.

Im Dezember wird das Cafe Ronacher vom Cafetier Sperl übernommen und bekommt den Namen „Café Sperl“.

 

- 1884 -

Adolf Kratochwilla übernimmt das Café Sperl; Es bleibt bis 1968 in seinem Familienbesitz. Ausgangspunkt der

Secessionisten , Treffpunkt der Architekten, Maler und des Miliärs.

 

- 1895 -

Der „Siebenerclub“ entsteht als Stammtisch im Café Sperl am 1.Juni. Dieser Siebenerclub wird 1897 die Secession gründen.

 

- 1897 -

Der Siebenerclub mit Engelhart, Kolo Moser, Mill, Olbrich, u.a. gründet am 22.Mai 1897 die Secession.Grundsatz:

die Ausbildung auf eine rein künstlerische, vom Marktcharakter freie, Basis zu stellen. (Vereinigung bildender Künstler Österreichs Secession)

 

- 1929 -

Jänner-Februar:Katastrophenwinter:

Die Kaffeehäuser einschließlich dem Sperl schließen wochenweise wegen Unheizbarkeit und eingefrorenen Wasserleitungen.

 

- 1941 -

25.März - Verdunkelungsvorhänge müssen laut Vorschrift im Café Sperl angebracht werden.

 

- 1942 -

6.April: Kürzung der Lebensmittelrationen (35. Zuteilungsperiode) in Kaffeehäusern sind praktisch nur noch Getränke bzw. Ersatzkaffee erhältlich.

 

- 1945 -

Die Franzosen übernehmen am 1.September von den Russen den VI.Bezirk als Zone.

 

- 1950 -

Das „Espresso“ hält in Wien Einzug. Durch wenig Aufwand und Personal bietet es günstigere Konsumentenpreise an.

Das „Espresso“ wird zur Konkurrenz zu den traditionellen Kaffeehäusern.

 

- 1968 -

Der aktuelle Eigentümer, Manfred Staub,  übernimmt am 1.Juni das Café Sperl.

 

- 1979 -

Der Mokka klein mit Obers kostet im Sperl 11,00 Schilling.

Der große Mokka kostet 19,00  und die Melange 16,00 Schilling.

 

- 1983 -

Grundlegende Restaurierung des Café Sperl im Sinne von Denkmalpflege und Erhaltung der in 100 Jahren

gewachsenen Atmosphäre. U.a. auch die Entfernung des auf dem original Parkettboden verlegten Turnsaalbelags.

 

- 1983 -

Wien feiert das Jubiläum „ 300 Jahre Wiener Kaffeehaus“ traditionell mit dem Datum der Beendigung der 2.Türkenbelagerung.

 

- 1988 -

In Wien gibt es 530 Kaffeehäuser, 650 Kaffeerestaurants, 1060 Espressos, 250 Kaffeekonditoreien und 120 Stehkaffeeschenken.

Sperl wird vom englischen Gastrokritiker Roy Ackerman als bestes Kaffeehaus Österreichs gewählt.

Das Café Sperl wird zum „ Coffee of the Year “ 1998 of Austria

 

- 1999 -

In der „Tafelspitz“  Bewertung (von Horowitz ) im Ranking der Kaffeehäuser wird das Café Sperl mit der höchsten Punktezahl an 1. Stelle gereiht.

 

- 2012 -

Manfred und Monika Staub gewinnen mit dem Café Sperl  die „ goldene Kaffeekanne “

Auszeichnungen

Die Wiener Kaffeehauskultur ist untrennbar mit dem weltberühmten Café Sperl verbunden. Erfahren Sie mehr über unser Geschichte.

Sperl Torte

Im Wohnzimmer für Kreative und Künstler seit 1880 wurde die köstliche Sperl Torte in´s Leben gerufen.

Kleine Zeittafel

Sollten Sie die kleine Zeittafel in unserem Cafe nicht mitgenommen haben - können Sie dieser hier als PDF downloaden.

Traditions-Kaffeehaus seit 1880. Jakob Ronacher eröffnet das von Gross & Jelinek erbaute und eingerichtete 'Ronacher'. Im Dezember wird  das Cafe vom Cafetier Sperl übernommen und bekommt den Namen Cafe Sperl.

Öffnungszeiten

Mo - Sa 7.00 - 22.00 h

So - 11.00 - 20.00 h

Feiertag - 11.00 - 20.00 h

Juli & August: Sonntag geschlossen

Kontakt

Gumpendorferstrasse 11

A-1060 Wien

Tel: +43 1 5864158

Email: melange@cafesperl.at

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